Wetterkapriolen und Überraschungssieger beim 43. Int. BGV-Hundseck-Berglauf

  • 27. Mai 2019

Der Wetterbericht hatte es schon angekündigt – Regenschauer am Nachmittag.

Beim Organisationsteam vom TV Bühlertal sah man aber am Morgen noch entspannt dem Tag entgegen. Sonnenschein und angenehme Temperaturen begrüßten die Teilnehmer im Bühlertal. Allen Ortes herrschte gute Stimmung und es wurde im und vor dem Haus des Gastes ausgiebig geplaudert. Auch die Teilnehmer des gemeinsam ausgetragen Mountainbike-Rennen des RSV Bühlertal nutzten das Klima um sich ausgiebig auf Straße oder Rollentrainer warm zu fahren.
Leider war um 15:00 Uhr, pünktlich zum Start der Radler, der Zauber vorbei. Dicke Wolken zogen auf und es begann immer stärker zu regnen.


Die dreißig-minütige Pause, die sich zwischen den Starts der Biker und der Läufer ergibt, wird im Bühlertal klassisch für die Tanzeinlage einer Gruppe der Lebenshilfe genutzt. Mit diesem Zeichen wird symbolisch der Schulterschluss zwischen Menschen mit und ohne Handicap geübt.
Nach dem der Regenschauer zwischenzeitlich in groben Hagel überging, drohte die Darbietung buchstäblich ins Wasser zu fallen.
Durch Improvisation und Zusammenrücken konnte jedoch auch dieses Problem schnell gelöst werden, und so tanzte man einfach gemeinsam mit allen Beteiligten auf der überdachten Terrasse des Gasthauses Krabbenest zu Partykracher und Mallorca-Hits.

So hielt man sich warm und bei bester Laune.

Als dann zehn Minuten nach dem regulären Zeitplan der Startschuss fiel, waren die schwersten Wolken bereits vorbei gezogen.
Nach den meteorologischen Überraschungen entwickelte sich auch der Rennverlauf überraschend: als klarer Favorit ging Vorjahressieger Maximilian von Lippe an den Start. Er ist der derzeit Führende des Schwarzwald-Berglauf-Pokals, der Serie aus sechs Läufen, der der Hundseck-Berglauf mitangehört. Von den Top-Platzierten aus der Pokalwertung konnte ihm am ehesten noch Roland Golderer gefährlich werden.
Jedoch stürmte ein für die Beteiligten bisher unbekannter Läufer nach vorne um recht schnell in Führung zu gehen. Wilfried Raatz, ehemaliger Berglaufberater des DLV, hatte Christian Oppel mit ins Bühlertal gebracht.

Der aus Coburg stammende Oppel, den die Arbeit zwischenzeitlich nach Eschborn bei Frankfurt verschlagen hat, ist in unserer Region noch ein Unbekannter. Er hatte jedoch schon bei einigen Veranstaltungen teilweise sogar mit neuen Streckenrekorden gewonnen.
Ein Streckenrekord war in diesem Jahr jedoch schwer aufzustellen. Um einen Zwischensprint zu realisieren, wurde erstmals eine Schleife über das Gelände der Max-Grundig-Klinik gelaufen, die Strecke verlängerte sich hierdurch um circa 400 Meter auf nicht ganz 10 km. Den ersten Damen und Herren, die diesen Streckenabschnitt erreichen sollten, wurden im Nachgang wertvolle Sonderpreise überreicht. Allem voran je einen eintägigen Check-up in der Klinik. Diesen Preis sicherte sich Oppel, der im Augenblick ohne Verein antritt, genauso wie den Tagessieg in 44:47 Minuten. Maximilian von Lippe (DJK Schwäbisch Gmünd) musste in 45:34 Minuten mit Platz zwei vorlieb nehmen. Dritter wurde Roland Golderer vom RSV Schwalbe Ellmendingen (48:55).
Auch beim Sieg der Damen führte Wilfried Raatz gewissermaßen Regie, eigentlich begleitete er nämlich seine Ehefrau Simone Raatz nach Bühlertal.

Früher bekannt unter dem Namen Maissenbacher, war sie über viele Jahre bei Rennen bis zur Marathon-Distanz eine feste Größe in der Region und darüber hinaus.

Der Hundseckberglauf aber war für sie eine Premiere.

Leider verzichteten einige der stärksten Läuferinnen aus der Schwarzwaldpokalserie auf den Start in Bühlertal.

Aus Sicht des TV Bühlertal besonders schade war es, dass Lokalmatadorin und Vorjahres vierte Sandra Kist-Boschetti krankheitsbedingt auf einen Start verzichten musste.

So konnte Simone Raatz (ASC Darmstadt) einen ungefährdeten Sieg in 52:47 heraus laufen.

Mit fast 6 Minuten Rückstand folgte Stephanie Morath (Freier Lauftreff Attila) auf Platz zwei in 58:37.

Über den dritten Platz freute sich Andrea Hölzle, die zwar für den VfL Ostelsheim antritt, deren Lebensmittelpunkt aber in zwischen das badische Lauf ist (1:01:37).
Den inoffiziellen Titel des schnellsten Bühlertäler sicherte sich einmal mehr Ralf Kohler in 53:12.

Die Farben des TV Bühlertal vertraten neben Siegfried Hoyer (M60; 1:20:13) und Christian Lorenz (M35 1:20:16), vor allen anderen Lauf-Methusalem Arne Haase, Jahrgang 1932, der die 9,9 km und 776 Höhenmeter in 1:54:36 bewältigte.
Im sportlichen Bühlertal richtet man nun schon die Augen auf den 47. Schöck Hornisgrinde-Marathon / 52. Volkslauf Bühlertal, der am 13. und 14.07. auf der Hundseck ausgerichtet wird.